Die Katarakt oder grauer Star bezeichnet eine Trübung der Augenlinse. Betrachtet man Menschen, die an einer fortgeschrittenen Katarakt erkrankt sind, kann man die graue Färbung hinter der Pupille erkennen, woher sich die Bezeichnung grauer Star ableitet. Die getrübte Linse kann operativ durch ein künstliches Linsenimplantat ersetzt werden.

Katarakt (Spaltlampenansicht)

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Wortherkunft

Der grammatisch männliche Begriff Katarakt bedeutet „Wasserfall“ und ist im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar. Speziell für medizinische Zusammenhänge behielt das entlehnte Wort als Teil der Gelehrtensprache das grammatische Geschlecht der weiblichen lateinischen Form cataracta, welche ihrerseits von der (männlichen) griechischen Substantivierung καταρράκτης (altgriechische Aussprache katarráktēs) ‚herabstürzend‘, diese zu attisch καταρράττειν, katarrháttein ‚herabstürzen‘, entlehnt wurde.  „Grauer Star“ ist nicht mit dem „Grünen Star“ (Glaukom), einer Reihe von Augenerkrankungen unterschiedlicher Ursache, zu verwechseln.

Geschichte

In der Antike nahmen die Menschen an, bei der Entstehung des grauen Stars würden (im Sinne der hippokratisch-galenischen Humoralpathologie) Substanzen hinter der Pupille herabfließen, da der Seheindruck des Betroffenen einem Blick durch einen herabstürzenden Wasserfall glich. Der Begriff Star ist bereits im 8. Jahrhundert im Deutschen vorhanden und bezieht sich auf die „Erstarrung“ der eingeflossenen Masse, die dann durch eine Operation geheilt werden kann. Eine andere Erklärung leitet den Begriff vom Verb „Starren“ ab, wodurch die betroffene Person als „mit offenen Augen blind“ beschrieben werden soll.

Bereits in vorchristlicher Zeit operierte man am Auge, um den grauen Star zu heilen. Bereits aus babylonischer Zeit ist der Starstich bekannt. Davon abgeleitet ist auch die Redewendung „jemandem den Star stechen“ mit der Bedeutung „jemandem die Wahrheit offenbaren, jemanden über etwas aufklären“.

Symptome

Hauptsymptom ist ein langsamer, schmerzloser Sehverlust. Es kommt zu einer als „Verschwommensehen“ beschriebenen Abnahme der Sehschärfe und zunehmender Blendempfindlichkeit, da durch die Linsentrübung eine diffuse Brechung auftritt. Ebenfalls reduziert sich das Sehvermögen bei geringem Kontrast, sodass die Patienten die Welt „wie durch einen Nebel“ oder durch eine stark verschmutzte, leicht bräunlich getönte Sonnenbrille sehen.

Gelegentlich werden auch Doppelbilder wahrgenommen, die beim Schließen des anderen Auges nicht verschwinden. Es werden um Lichtquellen Halos oder Lichthöfe beobachtet. Die Hell-Dunkel-Adaption des Auges ist behindert (verlangsamt). Die Fähigkeit, räumlich zu sehen, wird immer mehr eingeschränkt. Bei besonderen Formen des grauen Stars kann es jedoch auch zu einer Verbesserung der Sehfähigkeit im Nahbereich für eine zuvor weitsichtige Person kommen. Hierbei bewirken die Verdickung der Linse und die Verdichtung des Linsenkernes eine zunehmende „Myopisierung“ (Veränderung der Brechkraft Richtung Kurzsichtigkeit). Der zuvor weitsichtige Erkrankte kann dann in der Nähe zunehmend besser sehen als vorher und braucht vielleicht seine bislang nötige Lesebrille plötzlich nicht mehr. Dieser Verbesserung steht allerdings eine entsprechende Verschlechterung beim Sehen in die Ferne gegenüber. Die Verbesserung ist häufig nur von kurzer Dauer, weil durch die zunehmende Linsentrübung die Sehschärfe in allen Entfernungen abnimmt.

Sicht des gesunden Auges

Grauer Stzar Sicht durch ein gesundes Auge

                                     

 

 

 

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 Sicht des kranken Auges

   Grauer Star - Sicht durch ein krankes Auge

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Quelle: Wikipedia