Medikamentöse Therapie

Zur medikamentösen Therapie des Glaukoms stehen verschiedene Substanzen zur Verfügung, die überwiegend als Augentropfen verabreicht werden:

  • Beta-Blocker: Timolol, Levobunolol
  • Cholinergika: Carbachol, Pilocarpin
  • Alpha-2-Adrenorezeptor-Agonist: Clonidin, Brimonidin
  • Carboanhydrasehemmer: lokal als Augentropfen als Brinzolamid und Dorzolamid oder systemisch in Tablettenform als Acetazolamid
  • Prostaglandine: Latanoprost, Travoprost, Bimatoprost, Tafluprost
  • Cannabinol (CBN)
  • Cannabidiol (CBD)


Wirkungsweise:

  • Verminderung der Produktion des Kammerwassers aus dem Ziliarkörper: Beta-Blocker, Alpha-Sympathomimetika, Carboanhydrasehemmer
  • Die Prostaglandine erhöhen die Durchlässigkeit des Ziliarkörpers und der so genannte nicht konventionelle Abfluss bzw. Uveosklerale Abfluss wird gesteigert.
  • Cholinergika wirken durch Kontraktion des Ziliarkörpers, wodurch das Trabekelwerk geöffnet wird. Die zusätzlich pupillenverengende Wirkung mit Eröffnung des Kammerwinkels ist beim Engwinkelglaukom von Vorteil.

Die oben genannten Medikamente können auch kombiniert werden. Zur einfacheren Applikation sind auch Kombinationspräparate verfügbar. Meist handelt es sich um eine lebenslange Therapie. Bei Sekundärglaukomen kann zusätzlich die Therapie der Grunderkrankung erforderlich sein.

Laseroperation
 

  • Laserzyklodestruktion/Zyklophotokoagulation:
    Verödung des Ziliarkörpers, der das Kammerwasser bildet und gleichzeitig Ausbildung von Narben, durch die das Kammerwasser abfließen kann. Der Eingriff kann von außen (Exo-CPC), oder endoskopisch (Endo-CPC) innerhalb des Augapfels durchgeführt werden.
     
  • Argonlasertrabekuloplastik:
    Verbesserung des Abflusses durch Laseranwendung am Kammerwinkel
     
  • Selektive Laser Trabekuloplastik (SLT):
    Verbesserung des Kammerwasserabflusses durch selektive Laseranwendung am Kammerwinkel
     
  • Neodymium-YAG-Laseriridotomie:
    Verbesserung der Kammerwasserpassage von der Hinterkammer in die Vorderkammer durch Schaffung einer Öffnung in der äußeren Regenbogenhaut (Iris) (siehe auch Iridektomie)

Operationen
 
Folgende Verfahren stehen zur Operative Druckminderung zur Verfügung:

  • Kanaloplastik:
    Sehr neues Verfahren (seit Mitte der 2000er Jahre), bei dem ein ringförmiges Implantat durch den Schlemm'schen Kanal gelegt wird, welches dauerhaft verbleibt und den Kanal offenhält.
    Weitere Informationen von Professor Norbert Körber: hier drücken
     
  • Goniotrepanation und Trabekulektomie:
    An der Lederhaut (Sklera) Schaffung einer Abflussfistel aus der Augenvorderkammer unter die Bindehaut. Bei bestimmten Patienten kann es sinnvoll sein, dass die Fistel nur bis zum Schlemm-Kanal und nicht bis in die Vorderkammer Operative Druckminderungreicht (Visko-Kanalostomie).
     
  • Zyklokoagulation:
    Verödung des Ziliarkörpers durch Laser- (siehe oben) oder Kältesonde (transkonjunktivale Zyklokryokoagulation).
     
  • Trabekulotomie und Goniotomie:
    Bei dysgenetischen (kongenitalen) Glaukomen wird das Trabekelmaschenwerk eröffnet und der Schlemm-Kanal mit der Vorderkammer des Auges verbunden, damit das Augenwasser wieder abfließen kann.
     
  • Iridektomie:
    Eröffnung der Regenbogenhaut bei einer Engwinkelsituation. Durch Anlage einer kleinen Öffnung in der Peripherie der Regenbogenhaut wird ein Druckausgleich zwischen Vorder- und Hinterkammer herbeigeführt, der in der Lage ist, den Winkelblock aufzuheben und dadurch den Augeninnendruck zu normalisieren. (siehe auch Laseriridotomie).

Zusätzlich kann der Augeninnendruck nach Durchführung einer Kataraktoperation sinken. Durch Entfernung der oft voluminösen und die Iris nach vorne drückenden Linse kommt es zu einer Vertiefung der Vorderkammer und Aufweitung des Kammerwinkels.

Vorsorge

Zur Vorsorge sind regelmäßige Untersuchungen beim Augenarzt erforderlich. Es ist das Ziel, die Erkrankung noch vor einer funktionellen Beeinträchtigung im Frühstadium zu erkennen. Durch rechtzeitige Behandlung kann ein Fortschreiten und letztendlich die Erblindung in den meisten Fällen verhindert werden.

Der ökonomische Wert einer Screening-Untersuchung von Gesunden ist umstritten. Die Glaukom-Untersuchung ist in der Regel nur dann eine Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung, wenn Verdachtsmomente für eine Erkrankung bestehen oder ein erhöhter Augeninnendruck bereits bekannt ist.

Quellenangabe: Wikipedia

Druck ablassen für die Augen: Autogenes Training und Co. helfen bei Grünem Star