Hauptinhalt

Benachrichtigungstext

Berlin/ München, 10. Mai 2016 -  Patienten mit chronischen Krankheiten diskutierten am 7. Mai 2016 in München über das Patientenrechtegesetz und die Selbsthilfe bei chronischen Erkrankungen. Die gemeinnützige Patientenorganisation Bundesverband AUGE hatte im Tagungszentrum Kolpinghaus München zu einer Informationsveranstaltung nach Bayern eingeladen. Die Krankenkasse BARMER GEK-Hauptverwaltung unterstützte die Veranstaltung mit Mitteln aus der Selbsthilfeförderung.

Scheckübergabe der Barmer Gek an den Bundesverband AUGE Helmut Stiglmayr Dieter Staubitzer Barbara Zühlke v.l.n.r.

Foto: Bundesverband AUGE

                                     

 

Helmut Stiglmayr, Geschäftsführer der BARMER GEK-München, überreichte hierzu einen Scheck über 5.900 Euro an den Veranstalter. „Über diese großzügige Förderung freuen wir uns ganz besonders, weil dadurch unsere ehrenamtliche Arbeit in der Patientenselbsthilfe starke Unterstützung erfährt und diesen Tag erst möglich gemacht hat“, so der Vorsitzende des Bundesverbandes AUGE, Dieter Staubitzer (Bild).

In den sich anschließenden Vorträgen ging es darum, wie Patientinnen und Patienten ihren Behandlungsprozess positiv beeinflussen können. Die Zuhörer lernten beispielsweise die aus drei Bausteinen (Wissen - Verhalten - Beratung) bestehenden Grundlagen des Selbstmanagements zur Stärkung der Patientenautonomie näher kennen.   

                                                               
Carola Sraier Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Patinentinnenstellen BAGP in Muenchen

Die studierte Gesundheitswissenschaftlerin erläuterte, dass es vielen Patienten gar nicht klar sei, dass durch den Besuch beim Arzt, Physiotherapeuten oder anderen Behandlern ein vertragliches Verhältnis zustande kommt, das die beiderseitigen Rechte und Pflichten regelt. Sehr wichtig ist auch die im § 630c BGB Patientenrechtegesetz festgelegte wirtschaftliche Aufklärung. Die Gesundheitsexpertin hat hierzu einen Tipp: „Nehmen Sie keine Geldkarte und keinen Kugelschreiber mit in die Praxis, vor allem nicht zum Gynäkologen, nicht zum Orthopäden und nicht zum

Augenarzt – weil nach unserer (BAGP, Anm. d. Redaktion) Erfahrung die Patienten eben nicht hinreichend über IGeL-Leistungen aufgeklärt werden, also über Leistungen, die Sie privat bezahlen müssen.”

Facharzt Dr. Dr. Ekkehard Jecht Selbsthilfebeauftragerter der Oberscharrer Gruppe Foto Bundesverband AUGE.jpg                                                                                             

Zum Thema „Patientenautonomie und Selbstmanagement“ referierten der Facharzt Dr. Dr. med. Ekkehard Jecht, Selbsthilfebeauftragter der „Ober Scharrer Gruppe (OSG)“ in Fürth und Dieter Staubitzer, Vorstand beim Bundesverband AUGE. Dr. Jecht erläuterte eindrucksvoll, was „chronisch krank“ aus medizinischer und psychologischer Sicht bedeutet. Er wies darauf hin, „dass fast alle chronischen Krankheiten Autoimmunkrankheiten sind.” Und weil hier innerpsychische Konflikte eine große Rolle spielen, ist die Erkenntnis des einzelnen Patienten umso wichtiger, dass es eine Vielzahl an Möglichkeiten gibt, selbst das aktuelle Geschehen zu beeinflussen bzw. positiv zu verändern. Ein anderer Vortragsabschnitt befasste sich mit dem Arzt-Patienten-Verhältnis. Statt dieser paternalistisch geprägten Vokabel plädierte Dr. Jecht dafür, den Begriff Arzt-Patienten-Beziehung zu verwenden. Dass auch dieser bereits wieder in der Diskussion steht, wurde auf einem Workshop des Mediziners mit Leitern von Selbsthilfegruppen klar, wo der Wandel zu einer Kunden-Verkäufer-Beziehung gefordert wurde. Zu dieser Neudefinition nahm der Arzt eine kritische Abwägung vor.

Dieter Staubitzer, Vorstand beim Bundesverband AUGE, berichtete aus seiner Patientenberatung mit chronisch Kranken, die auf eine lebenslange Therapie angewiesen sind: „Mehr als ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland leiden an einer oder mehreren chronischen Erkrankungen. Das sind über 25 Millionen Bundesbürger und die Zahl der Betroffenen nimmt weiter zu“, zitiert Staubitzer die „Deutsche Stiftung für chronisch Kranke DSCK“.

Diskussion Patientenrechtegesetz in München Dieter Staubitzer rechts Foto Bundesverband AUGE.jpg                                                                                           

In der anschließenden regen Diskussion kamen die Anwesenden mit ihren Anliegen und persönlichen Erfahrungen zu Wort. Die  Kernfragen lauteten: Welche Rechte haben Patienten? Wie können Patienten ihren Behandlungsprozess positiv beeinflussen? Wo finden Patienten Hilfe?

Der Bundesverband AUGE ist eine Selbsthilfeorganisation mit Sitz in Berlin und Selbsthilfegruppen in fast allen Bundesländern, die sich um Menschen mit chronischen Augenkrankheiten kümmert. Er unterhält außerdem Selbsthilfegruppen, in denen sich Betroffene gegenseitig stärken. Die Veranstaltung in München richtete sich an Patienten mit unterschiedlichen chronischen Krankheiten, nicht allein mit Augenleiden. Quelle: www.bundesverband-auge.de 

Unterstützt wurde dieses Projekt durch die Bundesarbeitsgemeinschaft der PatientInnenstellen BAGP, die Ober-Scharrer-Gruppe (OSG) mit dem Kompetenznetzwerk von über 70 Ärzten und 360 Mitarbeitern.

Die Krankenkasse BARMER GEK Hauptverwaltung fördert dieses Vorhaben mit Projektmitteln der Selbsthilfe nach § 20c SGB V.
Logo der BARMER GEK die gesundheitsexperten




Veranstalter:
Logo Bundesverband AUGE Selbsthilfe chronische Erkrankungen

Bundesverband AUGE e.V
 – Selbsthilfe Chronische Erkrankungen -

Vereinssitz:
Crellestraße 21
10827 Berlin

Geschäftsstelle:
Mühlweiherweg 15
91589 Aurach
Tel. 09804-9395328
Fax: 09804-9397865
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Homepage: www.bundesverband-auge.de

Pressekontakt:
Bundesverband AUGE e.V.
Dieter W. Staubitzer
Mobil: 0157-34042680
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Text und Bildmaterial ist bei Quellenangaben kostenfrei